Dienstag, den 26. Oktober 2010 um 10:55 Uhr
Karriere nach Lebensphasen - Ergebnisse des zweiten Netzwerk-Workshops
Die Zusammensetzung der Aufsichtsräte wie auch deutsche Durchschnittseinkommen belegen es: Karrieren verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich. Dass neben dem Kinderkriegen auch viele gesellschaftliche Stereotype und Denkbarrieren die Ursachen dafür sind, wurde im Rahmen des zweiten Netzwerk-Workshops im Projekt DiP am 19. Oktober 2010 beleuchtet.
Einen Überblick über den Stand der Forschung zu lebensphasenorientierter Karriereplanung und gesetzlichen sowie unternehmensbasierten Fortschritten auf dem Weg zur Gleichstellunggab Kathrin Mahler Walther, stellvertretende Geschäftsführerin der EAF Berlin, in einem Vortrag unter dem Titel „Karrierek(n)ick Kinder".

Im Sinne des Erfahrungsaustausches wurden anschließend in Gruppendiskussionen Schlüsselerlebnisse identifiziert, die in den Karriereverläufen der anwesenden Vertreter(innen) der KMU aus dem DiP-Projekt richtungsweisend waren. So konnten manchmal einzelne Personen als Förderer, Trainings als Kompetenzerweiterungen oder das Einlassen auf Vertretungsaufgaben bedeutende Wendungen im beruflichen Werdegang bedeuten. Die Diskussionen ergaben, dass die Wahrnehmung von Auszeiten zur Pflege Angehöriger oder Kindererziehung als Chance ein Schlüssel zum gesamtbetrieblichen Erfolg ist. Denn so können durch personellen Wechsel neue Potenziale bei Mitarbeiter(inne)n entdeckt und Unternehmensprojekte durch neue Perspektiven erfolgreich weiterentwickelt werden. Die Verbindung der „zwei Welten" Beruf und Privates bedeutet für den oder die Einzelne(n) trotz hoher Anforderungen an das Selbstmanagement immer auch eine Bereicherung und bietet Quellen zum Energietanken.
Wenn es um Gleichstellung geht, so schweift der Blick im 21. Jahrhundert jedoch immer öfter zu den Männern, die ihrerseits Zeit zur Wahrnehmung von familiären Aufgaben einfordern und ebenso wie Frauen mit der Anwesenheits- statt Leistungskultur in Deutschland kämpfen. Trotz kleiner Schritte zu mehr Gleichstellung sind immer noch die Einzelinitiativen und kreativen Lösungen der Beschäftigten gefragt, die vereinbarende Modelle anbieten und gemeinsam mit ihren Arbeitgeber(inne)n durchsetzen. Eine Leistungsorientierung innerhalb der Unternehmenskultur sowie flexibler Umgang in der Arbeitsplatzgestaltung sind Ansätze, die KMU auf dem Weg zu mehr Gleichstellung und erfolgreicher Umsetzung von Diversity Management umsetzen können.



