DiP - Diversity Management in der Personalentwicklung

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Dienstag, den 29. Juni 2010 um 10:53 Uhr

Männer und Frauen im Berliner Arbeitsmarkt: Datenreport 2009

Um der Debatte zu Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern in Berlin fundiertes Datenmaterial zugrunde zu legen, hat die Stadt Berlin eine aktualisierte Version des Gender Datenreports vorgelegt. Der Bericht stützt sich größtenteils auf Auswertungen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg aus den Jahren seit 2008. Kernergebnisse des Gender Datenreports sind in den Themenfeldern Einkommen, Erwerbsleben und Demographie folgende:


Einkommen:

  • Insgesamt verdienten sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen 2008 durchschnittlich 2.237 Euro im Monat; die Verdienste der Männer lagen mit 3.002 Euro um 25% höher.
  • Die Höhe der Durchschnittseinkommen unterscheidet sich erheblich nach Branchen und Wirtschaftsbereichen. Frauen sind vor allem in den Wirtschaftsbereichen mit niedrigerem Einkommen tätig: Gesundheit, Soziales, Erziehung und Unterricht sowie Dienstleistungen und Handel mit durchschnittlichen Verdiensten von 25.000 bis 34.000 Euro; Schlusslicht ist das Gastgewerbe mit lediglich knapp 17.000 Euro.
  • Nur wenige Frauen partizipieren an den hohen Durchschnittsverdiensten im Verarbeitenden und Produzierenden Gewerbe sowie in der Energie- und Wasserversorgung. Eine Ausnahme bildet das Kredit- und Versicherungswesen mit einem Frauenanteil von 61%; allerdings war hier auch die Differenz im Stundenverdienst von fast 18% mit am höchsten.

 

Erwerbsleben:Gender_Datenreport_Grafik_Erwerbsquote

  • Vom Anstieg des Anteils von befristeten Arbeitsverträgen seit Beginn der 2000er Jahre sind beide Geschlechter gleichermaßen betroffen.
  • Gleichzeitig fand eine Verschiebung von der Vollzeit- zur Teilzeitbeschäftigung statt. Zwischen den Jahren 2000 und 2008 ist der Anteil von Teilzeitbeschäftigung bei den Männern von 7,5% auf 11,4% gestiegen, bei den Frauen von 25,2% auf 30,1%.
  • Aufgrund der geschlechtsspezifischen Struktur des Arbeitsmarktes waren Frauen vom langjährigen Beschäftigungsabbau in Berlin nicht in dem Maße betroffen wie Männer.
  • In Berlin sind auch Frauen mit Kindern in der Mehrzahl erwerbstätig. Bei Ehepaaren mit Kindern unter 18 Jahren standen in 53% der Fälle beide Partner im Beruf. Zu 60,6% waren Alleinerziehende berufstätig; knapp 90% davon sind Frauen.
  • Mit steigender Kinderzahl steigt auch der Anteil der Familien, in denen nur ein Elternteil berufstätig ist. Anders sieht die Lage bei Paaren mit drei und mehr Kindern aus: In diesen Familien ist meist der Mann erwerbstätig (88 %); beide Partner sind in weniger als einem Drittel der Fälle erwerbstätig.

 

Demographie und Migration:

  • Ende 2008 beträgt der Anteil an ausländischen Bürgerinnen und Bürgern wie auch in den letzten drei Jahren 14,0%. Die größte Bevölkerungsgruppe bildeten die Türken mit einem Anteil von rund 24% gefolgt von Migrant(inn)en aus den asiatischen Ländern (15%), den Nachfolgestaaten Jugoslawiens (11%), aus Polen (9%) sowie der ehemaligen Sowjetunion (7%).
  • Das Durchschnittsalter der Berliner Bevölkerung hat sich seit 1991 von 39 auf 43 Jahre erhöht. Während sich damals rund 17% der Bevölkerung im Alter von unter 15 Jahren befanden, waren es 2008 nur noch 12%. Der Anteil der über 65-jährigen ist im gleichen Zeitraum von 10% auf 19% gestiegen; diese sind überwiegend weiblich (58%).
  • Das Durchschnittsalter der ausländischen Bürgerinnen und Bürger ist deutlich tiefer als bei Deutschen (37 zu 44 Jahre).
  • Es besteht ein deutliches Gefälle in der sozioökonomischen Lage zwischen Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund und wiederum zwischen den Migrant(inn)en mit deutscher und mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Letztere sind noch immer in besonderem Maße sozialen Risiken ausgesetzt, wie geringe Schul- und Berufsausbildung, niedrige Einkommen bzw. hohe Arbeitslosigkeit und damit hohe Abhängigkeit von Transfereinkommen. In dieser Hinsicht besteht zusätzlich ein starkes Gefälle zwischen Männern und Frauen.

Harald Wolf, Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, beschreibt das Ziel einer geschlechtergerechten Gesellschaft als „die wirtschaftliche und soziale Gleichstellung von Frauen und Männern. Denn die Gleichstellung der Geschlechter ist eine Voraussetzung für die Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart, wie zum Beispiel in der Bildung, im Erwerbsleben und in der sozialen Sicherung, bei der Gestaltung des demografischen Wandels und der Qualifizierung eines ausreichenden Fachkräftepotenzials für die Wissensgesellschaft.
Der Senat hat deshalb ein Gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm beschlossen, in dem die wichtigsten Handlungsfelder benannt und Ziele formuliert wurden. In die Umsetzung sind alle Senatsressorts und die Bezirke einbezogen.


Den gesamten Gender Datenreport 2009 können Sie hier einsehen.
Quelle: http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Gender/homeGender.htm

Bildquelle: http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/gender/gendergif/3_1_grafik.gif