DiP - Diversity Management in der Personalentwicklung

DiP - Diversity Management in der Personalentwicklung

Mittwoch, den 05. Mai 2010 um 09:13 Uhr

Zeit für Vielfalt

Am 18. März 2010 fand die Auftaktveranstaltung zum Projekt DiP in Berlin statt.

Wenn eine junge Frau aus einem ostanatolischen Dorf in eine deutsche Großstadt migriert, ist die Rede von Kulturschock. Wenn ein Dienstleistungsunternehmen aus einem Kleinbetrieb mit einer handvoll Mitarbeiterinnen zu einem wachsenden Unternehmen mit rund 120 Beschäftigten ausgebaut wird, spricht man von Erfolg. Und wenn in einer Belegschaft mit viel Geduld und nach dem Motto „Menschen arbeiten für Menschen“ ausländische Frauen und Männer sowie Behinderte zusammenarbeiten, dann ist das ein Beispiel für Diversity Management.

Aynur Boldaz kann eine Lebensgeschichte erzählen, in der alle drei zuvor genannten Schlagwörter eine Rolle spielen.  Am 18. März 2010 berichtete sie in einem kurzen Vortrag vor einem Publikum aus Unternehmer(inne)n, Personalverantwortlichen, Mitarbeiterinnen des Berliner Senats und Berater(inne)n und Coaches über ihren Lebensweg und ihre unternehmerische Erfolgsgeschichte. Den Rahmen dafür bot die Auftaktveranstaltung des RKW-Projektes DiP, Diversity Management in der Personalentwicklung.

Um 13 Uhr begrüßte Frau Margrit Zauner, in der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales zuständig für berufliche Qualifizierung, die rund 70 Gäste und betonte den Bedarf für mehr Diversity Management in Berliner Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU). Mit dem Modellprojekt DiP werden Methoden und Instrumente erprobt, die mittelständische Unternehmen bei der Personalauswahl und-entwicklung mit Blick auf drei Herausforderungen unterstützen sollen: Generationenmanagement und Alter, Chancengleichheit und Geschlecht sowie kulturelle Vielfalt und Migrant(inn)en.

Welche Erfahrungen und Erlebnisse die Gäste der Auftaktveranstaltung mit personeller Vielfalt haben, an welche Grenzen sie stoßen und was sie als Kernprobleme sehen, wurde nach einer kurzen Vorstellung des Projekts durch die Projektleiterin Daniela Chudoba in ungewohnter Form diskutiert: bei Kaffee und Kuchen wurde an sogenannten „moderierten Kaffeetischen“ in 8er-Gruppen gearbeitet. Die Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Vielfalt im Berufsleben wurden an jedem Tisch spontan und in bunten Farben auf den Tischdecken (aus Papier) festgehalten. So entstanden binnen weniger Minuten und ohne Vorbereitung Stichwortsammlungen, Skizzen und symbolische Zeichnungen, die anschließend mit der Gesamtgruppe geteilt und ausgewertet wurden.

Das Jüdische Museum bot mit seinen hellen Räumen und dem schlicht-eleganten Ambiente eine passende Atmosphäre, in der sofort lockere Interaktion stattfand, aber auch kreativ gearbeitet werden konnte.

Beim Abschlusspodium wurde deutlich, dass die zwanzig teilnehmenden Unternehmen des Projekts DiP neben Offenheit für Fragen der Personalentwicklung auch handfeste Motive für die Teilnahme am Modellprojekt haben: sei es die Notwendigkeit, angesichts einer alternden Belegschaft den Wissenstransfer nachhaltig zu gestalten oder über eine kompetenzbasierte Personalauswahl das Bestehen des Unternehmens in einem kulturell und demographisch bunten Markt auch in Zukunft zu sichern. Denn schließlich sind Wachstum und Wettbewerb die Treiber, die Unternehmer(innen) in Richtung Diversity Management leiten.

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